Scheidle führt Regie: „Der Weibsteufel“ von K. Schönherr , 25.03.20 20:05, BAYERN 2

Der Wunsch nach einem erfüllten Leben. „Der Mann. Sein Weib. Ein junger Grenzjäger. Schauplatz: Eine Stube.“ Es ist eine Geschichte mit einfachem Plot, die zwischen den Worten ihre Vielschichtigkeit und Komplexität offenlegt, und es ist eine zeitlose Geschichte, denn die Bedürfnisse ihrer drei namenlosen, typisierten Figuren könnten nicht menschlicher sein. Sie kämpfen um Status, Anerkennung, Ehre und um bzw. gegen die Bedürfnisse ihrer Sexualität: Ein mittelloses Paar mit unerfülltem Kinderwunsch will durch kriminelle Machenschaften zu Geld kommen. Als der Mann erfährt, dass ein Grenzjäger auf sein Weib angesetzt wird, um ihnen auf die Schliche zu kommen, verlangt er von seiner Frau, den Spieß umzudrehen und mit dem Beamten zu flirten. Zunächst spielt seine Frau mit, bis sie schließlich, mehrfach verraten, zur Einzelkämpferin wird und sich gegen beide Männer stellt.

Karl Schönherr (1867- 1943), Arzt und Dramatiker. Weitere Stücke „Der Judas von Tirol“ (1897), „Die Bildschnitzer“ (1900), „Glaube und Heimat“ (1910). „Der Weibsteufel“ (1914) wurde mehrfach verfilmt, zuletzt 2012 von Florian Flicker unter dem Titel „Grenzgänger“.