„Die Mama und ihr Bub“: Es hat´s niemand nicht leicht g´habt in Helmut Hostnigs berührendem Hörspiel, das derzeit in den Hallen im ORF Küniglberg entsteht. Mit Linde Prelog als Mama und Helmut Bohatsch als Bub. Regie: Ursula Scheidle.

11 Szenen erzählen von der berührenden Beziehung zwischen der Mama und ihrem Buben, der sie besucht und sie im immer beschwerlicher werdenden Alltag unterstützt. Die Mama monologisiert ihre Erinnerungen und spricht über das Älterwerden und seine Folgen. Ihr Bub – mittlerweile selbst im Ruhestand – hört zu, beobachtet, greift ein, wenn seine Mutter den Faden zu verlieren droht, und geht mit ihr auf Zeitreisen, die bis weit ins letzte Jahrhundert hineinreichen. Das Hörspiel Die Mama und ihr Bub schildert ein Leben zwischen Herausforderung, Schuld und Versagen, Erfolg und bestandenen Prüfungen. Für den „Bub“ ist es nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Biographie seiner Mutter, sondern gleichzeitig auch eine mit seinem eigenen Alt- und Älterwerden. 

 

Das Stück ist gleichzeitig ein Rückblick auf ein tragisches Jahrhundert und durch die Recherchemethode Oral History ein Vermächtnis der älteren Generation, verkörpert durch eine starke Frauenfigur.

Theaterspirit Nikolai Demidov mit Andrei Biziorik 2024

(c) Foto by Sam Rahimpour

The studio was created in 2023 by Andrei Biziorek in association with Thomas Weilharter as a place to both teach the Demidov technique so that it continues to reach a wider audience, and to research and explore the technique more deeply. The Demidov inner technique is a practical key toward the resurrection and further development of the rich Russian psychological theatre tradition. In contrast to modern theatrical and cinematic trends, those based on spectacle and special effects, the Demidov technique gives preference to the creative individuality of the artist. The studio runs regular introductory workshops, as well as intermediate level workshops for those with some experience of the technique.

Scheidle liest Gedichte von Melitta Urbancic in der Doku „Ans Ende der Welt“ v. Stephan Herzog über den österreichischen Komponisten Victor Urbancic, der vor den Nationalsozialisten nach Island flüchtete. 5. Mai 2024

Im Mai 2023, anlässlich des 120. Geburtstags von Victor Urbancic, begab sich der Kammerchor des Johann-Joseph-Fux Konservatoriums Graz auf eine musikalische Spurensuche: Der Chor unter der Leitung von Franz M. Herzog reiste nach Island, um dort gemeinsam mit dem Chor der Musikhochschule Reykjavík Musik von Victor Urbancic aufzuführen.

Ausstrahlungstermine

05. Mai, 10:00 Uhr

Nominiert zum Hörspiel des Jahres: WARTEZIMMER v. Daniel Wisser. Im Bild: die Komponistin Zahra Mani, die die akustische Verortung der Wartenden kreiert hat, mit Ratka Krstulovic-Kusturica beim Einstudieren eines Songs im Schalltoten Raum am RP4 in den Ö1-Hörspielstudios .

Hans sitzt im Wartezimmer seiner Ärztin und hat Angst. Er wartet auf seine Diagnose. Um sich abzulenken, erfindet er Geschichten. Er denkt sich Biografien zu den anderen wartenden Patienten und Patientinnen aus. Es ist ein Spiel, das er immer mit seiner Tochter Lily gespielt hat. Also ruft er sie an, um es mit ihr wieder zu spielen. – Oder ist es umgekehrt? Ist es Lily, die sich die Geschichten mit ihrem Vater ausdenkt? „Verkehrte Welt“ ist der Titel eines Lieds, das der Vater mit seiner Tochter gemeinsam singt und den unsicheren Boden beschreibt, auf dem sich die Figuren in Daniel Wissens neuem Hörspiel bewegen. Die erfundenen Lebensentwürfe verbinden Motive wie Einsamkeit, Verlust, ein Leben ohne einen Ort, an dem man sich zuhause fühlt. Lily begleitet ihren Vater durch seine Angst vor der Diagnose. Dabei könnte sie räumlich von ihm nicht weiter weg sein. Sie lebt in Japan. Lily versucht herauszufinden, wie es ihrem Vater geht, zieht Rückschlüsse der Projektionen ihres Vaters auf sein und ihr eigenes Leben und ihre Beziehung zueinander, eine Beziehung, die selbst viele Fragen aufwirft. In lakonisch-fein ironischem Ton wandelt Daniel Wisser das „Nach-Hause-Kommen“ in einen umheimlichen Vorgang auf brüchigem Boden. Das Wartezimmer wird zur Metapher einer verkehrten Welt, einer Welt, die ihren Bewohnern und Bewohnerinnen unvertraut und fremd ist.

Mit Karl Markovics, Eva Mayer, Helmut Bohatsch, Martina Spitzer, Ratka Krstulovic, Bastian Wilplinger, Jaschka Lämmert, Klaus Höring, Asli Kislal, Chris Lohner und Naima von Bargen, Musik: Zahra Mani, Ton: Anna Kuncio, Fridolin Stolz und Manuel Radinger, Regie: Ursula Scheidle (ORF 2023)