Scheidle schreibt: Finding the way through the Material

Ursula Scheidle schreibt an ihrem Drehbuch „Alma Magic“, mit Regisseurin Nina Kusturica Nina

und Kamerafrau Birgit Gudjonsdottir;

Produktion EPO-Film Wien, epo-film.

Kamerafrau Birgit Gudjonsdottir im Gespräch mit dem FIlmmagazin RAY

Und ein weiteres österreichisches Projekt mit Kamerafrau Birgit Gudjonsdottir?
Alma Magic ist ein Film nach dem Drehbuch von Ursula Scheidle, in dem sich unsere Hauptfigur auf den Spuren des Schicksals der österreichisch-jüdischen Emigrantin Melitta Urbancic nach Island aufmacht. Die Figuren folgen vor allem der Prämisse: „Wer wahrhaft auszieht, kehrt nie heim, doch er verwandelt.“ Dies ist ein Vers aus dem heute noch hoch aktuellen Werk der Dichterin Melitta Urbancic. Island ist für die Essenz dieses Films wohl die beste Kulisse. Denn in keinem anderen Land kann man dem Werden und Vergehen unserer Erde, unserer Existenz besser zusehen als dort, tatsächlich, live. Lassen Sie sich davon überraschen und verstören!

Interview mit Birgit Gudjonsdottir

Scheidle spielt: ACTING WORKSHOP SHOWCASE – sechs Szenen in English

Showcase im Theater Arche unserer Arbeit mit Steven Ditmyr, einem Schauspielcoach und Regisseur von Sanford Meisner aus NYC. Seit einigen Jahren kommt er nach Wien und gibt seine Arbeit und Erfahrungen weiter.
Wir präsentieren sechs Szenen, die wir erarbeitet haben. – A work in Progress …

The POWER of the ACTOR

Zwei Tage im Metropol Theater in München mit Ivana Chubbuck.

Auch die „passive Teilnahme“ ihres Workshops ist höchst aktiv.

„I don´t like to see emoted actors. I like to see their journey.“

Der Weibsteufel – Ö1 Hörspiel (29.05. 2019; 14 Uhr 05) n. dem Drama v. Karl Schönherr (ORF/SWR)

Der Weibsteufel

„Ö1 Hörspiel“ zu Karl Schönherrs gleichnamigem Drama.

„Ich bin keine Sterberin. Ich leb gern; ja, jetzt noch lieber als früher. Wenn schon gstorbn sein muss, warum denn grad ich und du, zwei gsunde Leut?“ Nüchtern zieht das Weib vor dem Grenzjäger in Karl Schönherrs Stück „Der Weibsteufel“ seinen Schluss aus den Erfahrungen, die es durch den wechselhaften Kampf mit sich selbst und den beiden Männern gemacht hat.

Einblick in die körperlichen Nöte

„Der Mann. Sein Weib. Ein junger Grenzjäger. Schauplatz: Eine Stube“ – so schlicht leitet Karl Schönherr seine Dreiecksgeschichte ein, die 1915 am Wiener Burgtheater zur Uraufführung gelangte und eines seiner erfolgreichsten Stücke werden sollte.

Es ist ein Drama mit einfachem Plot, das zwischen den Worten seine Vielschichtigkeit offenlegt und Satz für Satz die mörderische Dynamik zwischen den drei typisierten, namenlosen Figuren vorantreibt, deren Bedürfnisse aber nicht konkreter und menschlicher sein könnten. Karl Schönherr war nicht nur Schriftsteller, er war auch Arzt. Er hatte tiefen Einblick in die körperlichen Nöte der Menschen und wusste genau um die oft schwerwiegenden sozialen Konsequenzen mangelnder Gesundheit.

Taktisch eingesetzte Erotik

Aus diesen Nöten bzw. Begierden entwickelte er den Unterbau zu seinem „Weibsteufel“. Er verknüpfte zeitlose Motive wie Status, Besitz und Anerkennung mit dem unerfüllten Kinderwunsch der Frau, der nicht erfüllenden Sexualität des mittellosen Ehepaares und einer zunächst nur taktisch eingesetzten Erotik des Jägers, die, sobald echte Gefühle ins verräterische Spiel kommen, nicht mehr so einfach kontrolliert werden kann.

Der Mann treibt sein Weib an, den falschen Avancen des Jägers nachzugeben, damit er ungestört seiner Hehlerei nachgehen kann. Er will das Haus am Marktplatz kaufen, um so den gewünschten gesellschaftlichen Aufstieg zu erlangen und zumindest auf diese Weise vor seinem Weib als „ganzer Mann“ dazustehen.

Zum Warenwert degradiert

Der Jäger lässt sich wiederum vom Kommandanten auf das Weib „ansetzen“, um den kriminellen Machenschaften des Paares auf die Schliche zu kommen und eine schnelle Beförderung zu erreichen. Das Weib weist zunächst das Ansinnen des Mannes zurück, spielt aber schließlich mit, bis es, mehrfach verraten vom „System Weibsteufel“, zur Einzelkämpferin wird.

Im Konkurrenzkampf der beiden Männer zum Warenwert degradiert, erkennt es in dieser Ware ein Werkzeug, lernt es einzusetzen und schlägt die Herren mit ihren eigenen Mitteln. Intimität, Grenzen die überschritten werden, und vor allem das, was nicht gesagt wird: Mit diesen Innenräumen beschäftigt sich dieses Hörspiel, das die bäuerliche Stube in seiner musikalischen Umsetzung weder zeitlich noch regional verortet.

(Text: ursula scheidle)

SWR: Download zur Verfügung bis Mai 2020

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