Zimmer mit Aussicht

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Drei Aussteiger an der Südküste Kretas *

Zimmer mit Aussicht. Vom Leben im Süden, an Stränden und in Höhlen. Von Ursula Scheidle
In der Reihe „Abgetaucht. Geschichten vom Wasser“. Im Ö1 Online-Auftritt begleitet von Arbeiten der Fotokünstlerin Silvia Maria Grossmann.

Drei Menschen, die verschiedener nicht sein könnten, verbindet ein Traum: Sie möchten ein Leben außerhalb der gesellschaftlichen Norm führen. Ein Experiment versuchen. Sich aussetzen: der Natur, der Unbequemlichkeit, den Fragen nach der eigenen Identität.

Stephanie Strassner, Künstlerin aus Deutschland, Joel Grandel, ehemaliger Kohlenminenarbeiter aus Belgien, und Yves Valentin, Weltreisender aus Straßburg, hat es zu unterschiedlichen Zeitpunkten an denselben Ort verschlagen. An die Südküste von Kreta, an die Strände bei Matala und Lentas. Dort wohnen sie in Höhlen oder in Bambushütten. Und das seit Jahrzehnten.

Ursula Scheidle hat die drei Menschen um die 50 in ihren Behausungen besucht. Sie erzählen von starken Momenten in einem ungewöhnlichen Leben. Und davon, was von den Träumen übrigbleibt, wenn sie Wirklichkeit werden.
Die Musik zu diesem Feature stammt von den beiden österreichischen Musikern Robert Horak und Gerald Selig, die sich dazu vor Ort am Strand von Lentas zu Improvisationen inspirieren ließen.

Ton: Elmar Peinelt
Redaktion: Elisabeth Stratka

 

Salzburger Literaturhaus: Die besten Hörspiele aus dem Jahr 2016

TRAIN OF SOUND
Bei ihrem Hörspiel „Train of Sound“ (51 Min) hat die Radiomacherin Ursula Scheidle selbst Regie geführt. Endlich ist die Sound-Jägerin Berna angekommen in Island, am Ende der Welt, am Ende eines rastlosen Jahres. Ein Jahr lang bestimmen Fahrplan, Großraumwagen und die Bahncard 100 ihr Leben. Und sie wird berühmt: „German woman starts living on a train“, titelt die Zeitung. Doch plötzlich sind in den Zügen Menschen aus dem Krieg. Bei Berna werden Erinnerungen an die Großmutter und deren dramatische Flucht aus Ungarn 1956 wach …

Wahl zum Hörspiel des Jahres

 

 

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Publikumswahl zum Hörspiel des Jahres

Teilnehmen können Sie noch bis 20. Jänner 2016 per Postkarte an ORF-Hörspiel, Argentinierstraße 30a, 1041 Wien oder per Mail: hoerspiel@orf.at
Regie: Ursula Scheidle, Musik: Gunnar Geisse, Technik: Sebastian, Rudolf Grosser, Regieassistenz: Anne Abendroth, mit: Chris Pichler, Michael Dangl und Nicole Heesters, Produktion: NDR/ORF; Dramaturgie: Henning Rademacher

Teaserstück „Train of Sound“

 

Train of Sound. Premiere (22.10. 2016 im ORF; Ursendung 25.01.2017 NDR)

Endlich ist sie angekommen am Ende der Welt, in Island im „Guest House Aurora“ in Reykjavik. Für Berna, der leidenschaftlichen Soundjägerin für Radio, Online und TV ist dies die letzte Station eines rastlosen Jahres. Als sie in ihrer Firma auf einen Wechselarbeitsplatz versetzt wird, kündigt sie ihr „digitales Sklavendasein“. Ein Jahr lang bestimmen nun Fahrplan, Großraumwagen und die Bahncard 100 ihr Leben. Und sie wird berühmt: „German woman starts living on a train“ titelt der Independent. Mit ihrem Freund Lazlo, einem Tonmeister, der ihre Sounds nach Hollywood verkauft, führt sie eine „SMS-, Whats App- und Skype-Beziehung“. Und da sind plötzlich in den Zügen diese Menschen aus dem Krieg. Bei Berna werden Erinnerungen an die Großmutter und ihre dramatische Flucht aus Ungarn 1956 wach. Bernas letzte definitive Soundmischung auf einem USB Stick wird zur Hommage an ihre Großmutter …

Interviewausschnitt aus der Sendung „Hörspielgalerie“, vom 22. Oktober 2016, ORF/Ö1 (mit Monika Kalcic)

TRAIN OF SOUND

LASZLO: Bist also aufgestanden.
BERNA: Das bewegungslose Vorankommen,
LASZLO: Und raus gegangen
BERNA: von Ort und zu Ort,
LASZLO: Aus deiner Wohnung
BERNA: weder der Ort, wo du herkommst, spielt dabei eine Rolle,
LASZLO: Aus deiner Firma.
BERNA: noch der Ort, wo du Station machen wirst,
LASZLO: Aus deinem Leben.
BERNA: einzig die Landschaft, die an dir vorüberzieht, nimmst du wahr,
LASZLO: Hast dir die Bahncard 100 besorgt,
BERNA: so wie die Menschen, die sich für bestimmte Wegstrecken zu dir setzen.
LASZLO: Und hast deine Wohnung, deine Firma und dein Leben in die Züge ausgelagert.

(Auszug aus dem Stück „Train of Sound“ von Ursula Scheidle)

Mit Chris Pichler, Michael Dangl und Nicole Heesters

Musik: Gunnar Geisse

Regie: Ursula Scheidle

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Die Arbeit der Nacht (NDR/ORF 2014)

N. d. Roman v. Thomas Glavinic. Bearbeitung und Regie: Ursula Scheidle. Musik: Hans Platzgumer. Mit Markus Hering, Hans Piesbergen, Dorothee Hartinger, Bibiana Zeller (NDR/ORF 2014)

Kann ein Mensch leben, wenn die Menschen verschwunden sind? Ihre Welt und ihre Dinge existieren noch: Straßen, Supermärkte, Bahnhöfe, alles ist leer. So ergeht es einem Mann, der in der Nacht aufwacht und schrittweise entdeckt, dass er vollkommen allein ist, nicht nur in Wien, der Stadt, die ihm vertraut ist; wahrscheinlich überall. Etwas muss, während er schlief, passiert sein. Was kann er noch tun dieser letzte Mensch namens Jonas? Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Auf der Suche nach Lebenszeichen anderer Menschen auf der Erde bricht er auf zu einer Reise durch ein ausgestorbenes Europa. Die Reise wird zu einem Höllentrip ins eigene Ich, genährt durch bodenlose Angst und Einsamkeit. In seinem 2006 erschienenen Roman erreicht Glavinic – so urteilte der Schriftsteller Daniel Kehlmann – „die Höhe seiner Kunst, hier gelingen ihm Szenen des subtilen Grauens, wie man sie nur aus David Lynchs Filmen kennt“.