Synchronisiert: ‚Zum Weltfrauentag am 8.3.‘ dokFilm Hollywood.Macht.Frauen. 23.05Uhr ORF 2

Hollywoods Kreative heften sich gern ein liberales Fähnchen ans Revers: man kämpfe für Diversität, für die Rechte von Minderheiten – und selbstverständlich für Gendergerechtigkeit. Empirisch belegte Tatsache freilich ist: Frauen haben nicht viel zu reden in Hollywood. Nicht einmal ein Drittel der Sprechrollen ist mit Frauen besetzt. 2018 wurden nur acht Prozent der einspielstärksten Produktionen von Frauen inszeniert – das bedeutete sogar eine Verschlechterung gegenüber dem Jahr davor um drei Prozentpunkte. Datenmaterial wie dieses sammelt Leinwandheldin Geena Davis in ihrem eigenen Institut und konfrontiert damit die Studiobosse.

Story

Scheidle liest für Ö1 das Radiokolleg „Halbe-halbe“:

Auch wenn noch zu Schul- und sogar Studienzeiten der Eindruck besteht, dass Mädchen in ihrem Leben die gleichen Möglichkeiten wie die männlichen Mitschüler haben werden, gibt es irgendwann im Lauf der Jahre das böse Erwachen. Spätestens mit dem ersten eigenen Kind. Die Realität am Arbeitsplatz und im Beziehungsalltag sieht anders aus. Wer Familie und Karriere unter einen Hut bringen möchte, dem oder der wird bald merken, dass halbe-halbe gar nicht so einfach zu realisieren ist.

Text und Gestaltung: Margit Atzler
Moderation: Ursula Scheidle

2.-5. März 2020

Scheidle liest Ö1 Hörbilder: „Es gibt keine guten Mächtigen!“ Der legendäre italienische Cantautore Fabrizio De André. Hommage zum 80. Geburtstag.

Ganz Italien kennt und liebt Fabrizio De André: Als er gelebt hat, war er umstritten, 21 Jahre nach seinem Tod ist er ein Nationalheiligtum.

Fabrizio wird am 18. Februar 1940 in Genua geboren und genießt ein freies Kinderleben in der Hafenstadt. Als er 14 ist, schenkt ihm die Mutter die erste Gitarre, als er 16 wird, bringt ihm der Vater aus Frankreich eine Single des Chansoniers und Sozialpoeten George Brassens mit, dem Fabrizio nacheifert. Damit ist der Weg des jungen Rebellen vorgezeichnet. Er liest anarchistische Texte, taucht in das Rotlichtmilieu von Genua ein, schreibt traurig – schaurige, aber auch aufmüpfige und sogar lustige Lieder über Mörder, Diebe, Prostituierte, Soldaten, Selbstmörder und Selbstmörderinnen.

1968 singt Mina, die damals populärste italienische Sängerin, sein „Canzone di Marinella“ und verhilft ihm damit zum Durchbruch. Von da an geht es bergauf, bis Fabrizio in eine Krise gerät und Landwirt werden will. Am 27. August 1979 werden er und seine spätere Frau, Dori Ghezzi von ihrem Landgut in Sardinien entführt und vier Monate lang in einer Höhle in den Bergen festgehalten, bis es dem Vater endlich gelingt, das geforderte Lösegeld aufzubringen. Beim Prozess setzt sich das Paar für ihre Entführer, arme und erpresste Schafhirten, ein. Fabrizio und Dori wollen nur die Anführer bestraft wissen, aber das nützt nichts.

In den kommenden 20 Jahren schreibt Fabrizio weiter und singt mit seiner unvergleichlichen Stimme. Er hört sogar zu trinken auf, weil er das dem Vater am Totenbett versprochen hat. Aber er raucht nach wie vor eine Zigarette nach der anderen. Seine letzte Tournee, bei der auch seine Kinder, Christiano und Luvi dabei sind, muss er 1998 abbrechen. Nach seinem Tod im Jänner 1999 steigt sein Ruhm stetig. Was Fabrizio heute zur politischen Situation sagen würde? Das kann man nicht wissen, sagt sein Freund und Weggefährte Paolo Finzi, aber Fabrizio wäre bestimmt dafür, offen zu bleiben und er würde keinen Rassismus dulden.

MINA als SINGLE

Text und Gestaltung: Eva Schobel
SprecherInnen: Wolfram Berger, Ursula Scheidle, Silvia Meisterle, Peter Strauss, Nikolaus Kinsky, Michael Köppel
Ton: Elmar Peinelt
Redaktion: Eva Roither

Scheidle liest: Das größte Erlebnis unserer Generation

Madrid im Dezember 1936: Die deutsche Journalistin Anita Adam ist eine emanzipierte Frau mit politischem Weitblick. Wie viele Europäer will sie die spanische Republik gegen den Putsch der Franco-Faschisten unterstützen. In der Zensurstelle der berühmten Telefónica vermittelt sie deshalb zwischen internationalen Journalisten und der militärischen Führung. Mit ihrem Versuch, das Zensursystem zu modernisieren, macht sie sich dort jedoch gefährliche Feinde. Einen Verbündeten findet sie in Agustín Sánchez, dem Kommandanten der Telefónica. Während sich die beiden allmählich näherkommen, fallen vor der Telefónica die Bomben von Hitlers Legion Condor auf die wehrlose Zivilbevölkerung, und die Front droht aufzubrechen.
Ilsa Barea-Kulcsar verarbeitet ihre Erfahrungen während des Spanischen Bürgerkrieges in einem eindrucksvollen und bewegenden Roman.

Ilsa Barea-Kulcsar, (1902–1973 in Wien). Studium an der Staats- und Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP). Nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs kam sie im November 1936 nach Madrid, wo sie in der Zensurstelle für die Auslandspresse tätig war. 1938 heiratete sie den spanischen Schriftsteller Arturo Barea und ging mit ihm ins Exil nach Frankreich. In Paris begann sie den Roman »Telefónica«, den sie 1939 in England fertigstellte. Dort arbeitete sie als Übersetzerin, u.a. für den Abhördienst der BBC. 1965 kehrte sie nach Wien zurück, schrieb für Zeitungen des ÖGB und fungierte als Bildungsfunktionärin der SPÖ.