Scheidle führt Regie: „Der Weibsteufel“ von K. Schönherr , 25.03.20 20:05, BAYERN 2

Der Wunsch nach einem erfüllten Leben. „Der Mann. Sein Weib. Ein junger Grenzjäger. Schauplatz: Eine Stube.“ Es ist eine Geschichte mit einfachem Plot, die zwischen den Worten ihre Vielschichtigkeit und Komplexität offenlegt, und es ist eine zeitlose Geschichte, denn die Bedürfnisse ihrer drei namenlosen, typisierten Figuren könnten nicht menschlicher sein. Sie kämpfen um Status, Anerkennung, Ehre und um bzw. gegen die Bedürfnisse ihrer Sexualität: Ein mittelloses Paar mit unerfülltem Kinderwunsch will durch kriminelle Machenschaften zu Geld kommen. Als der Mann erfährt, dass ein Grenzjäger auf sein Weib angesetzt wird, um ihnen auf die Schliche zu kommen, verlangt er von seiner Frau, den Spieß umzudrehen und mit dem Beamten zu flirten. Zunächst spielt seine Frau mit, bis sie schließlich, mehrfach verraten, zur Einzelkämpferin wird und sich gegen beide Männer stellt.

Karl Schönherr (1867- 1943), Arzt und Dramatiker. Weitere Stücke „Der Judas von Tirol“ (1897), „Die Bildschnitzer“ (1900), „Glaube und Heimat“ (1910). „Der Weibsteufel“ (1914) wurde mehrfach verfilmt, zuletzt 2012 von Florian Flicker unter dem Titel „Grenzgänger“.

Synchronisiert: ‚Zum Weltfrauentag am 8.3.‘ dokFilm Hollywood.Macht.Frauen. 23.05Uhr ORF 2

Hollywoods Kreative heften sich gern ein liberales Fähnchen ans Revers: man kämpfe für Diversität, für die Rechte von Minderheiten – und selbstverständlich für Gendergerechtigkeit. Empirisch belegte Tatsache freilich ist: Frauen haben nicht viel zu reden in Hollywood. Nicht einmal ein Drittel der Sprechrollen ist mit Frauen besetzt. 2018 wurden nur acht Prozent der einspielstärksten Produktionen von Frauen inszeniert – das bedeutete sogar eine Verschlechterung gegenüber dem Jahr davor um drei Prozentpunkte. Datenmaterial wie dieses sammelt Leinwandheldin Geena Davis in ihrem eigenen Institut und konfrontiert damit die Studiobosse.

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