Aug. 3, 2026
Das Festival für zeitgenössische Theaterunterhaltung geht in seine 9. Ausgabe. SCHULD UND SCHÖNHEIT – The Beauty And The Guilt.
Zwischen den beiden Festival-Wochenenden finden Theater-Workshops statt.
Die Themenbereiche Schuld und Schönheit begegnen sich als Gegensatzpaar. Die erste Assoziation „Schuld und Sühne“ – Raskolnikow – die Geschichte Fjodor Dostojewskis, voller Gewalt, Hybris und Grausamkeit, die so gar keine Schönheit zulässt, liegt nahe. Beim Festival wird Sühne durch Schönheit ersetzt. Es geht sowohl um offensichtliche Schönheit als auch um jene aus subjektiver Sicht. Schönheit verstanden als Aufbruch, Versöhnung – vielleicht sogar Erlösung. Allesamt stellen berühmte Topoi im Theater dar und dienen unseren Künstlerinnen und Künstlern als Quelle der Inspiration.
SCHULD ist unangenehm, hat keinerlei positive Seiten und vielleicht ist das Anerkennen von Schuld manchmal sogar eine gute Ausrede, um uns getrost wieder bequem zurücklehnen zu können. Vielleicht werden wir uns in Kürze fragen, wer die Schuld an dieser derzeit weltweiten Unruhe hat – nur um zu bemerken, dass es eigentlich wir alle zusammen sind; wir Menschen immer wieder zulassen, dass die gleichen Fehler gemacht werden – egal zu welcher Zeit, in welcher technologischen Entwicklungsphase oder mit welchem Grad von Erkenntnis.
SCHÖNHEIT wiederum ist einer der großartigsten Begriffe, den wir Menschen je geschaffen haben. Verklärend, individuell, positiv und erfreulich. Schönheit liegt – wie die Kunst – im Auge des Betrachters. Sie löst Emotionen aus und jeder kann sie für sich selbst definieren. Schönheit vollendet das Kunstwerk – sie ist kein Luxus – sie ist Notwendigkeit für Künstlerinnen und Künstler und daher auch für das Theater. Schön ist, wenn Theater berührt – erst dann ist eine Aufführung vollendet und gelungen – alles andere ist verlorene Zeit, vergebene Liebesmüh.