„Die Mama und ihr Bub“: Es hat´s niemand nicht leicht g´habt in Helmut Hostnigs berührendem Hörspiel, das derzeit in den Hallen im ORF Küniglberg entsteht. Mit Linde Prelog als Mama und Helmut Bohatsch als Bub. Regie: Ursula Scheidle.

11 Szenen erzählen von der berührenden Beziehung zwischen der Mama und ihrem Buben, der sie besucht und sie im immer beschwerlicher werdenden Alltag unterstützt. Die Mama monologisiert ihre Erinnerungen und spricht über das Älterwerden und seine Folgen. Ihr Bub – mittlerweile selbst im Ruhestand – hört zu, beobachtet, greift ein, wenn seine Mutter den Faden zu verlieren droht, und geht mit ihr auf Zeitreisen, die bis weit ins letzte Jahrhundert hineinreichen. Das Hörspiel Die Mama und ihr Bub schildert ein Leben zwischen Herausforderung, Schuld und Versagen, Erfolg und bestandenen Prüfungen. Für den „Bub“ ist es nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Biographie seiner Mutter, sondern gleichzeitig auch eine mit seinem eigenen Alt- und Älterwerden. 

 

Das Stück ist gleichzeitig ein Rückblick auf ein tragisches Jahrhundert und durch die Recherchemethode Oral History ein Vermächtnis der älteren Generation, verkörpert durch eine starke Frauenfigur.

Nominiert zum Hörspiel des Jahres: WARTEZIMMER v. Daniel Wisser. Im Bild: die Komponistin Zahra Mani, die die akustische Verortung der Wartenden kreiert hat, mit Ratka Krstulovic-Kusturica beim Einstudieren eines Songs im Schalltoten Raum am RP4 in den Ö1-Hörspielstudios .

Hans sitzt im Wartezimmer seiner Ärztin und hat Angst. Er wartet auf seine Diagnose. Um sich abzulenken, erfindet er Geschichten. Er denkt sich Biografien zu den anderen wartenden Patienten und Patientinnen aus. Es ist ein Spiel, das er immer mit seiner Tochter Lily gespielt hat. Also ruft er sie an, um es mit ihr wieder zu spielen. – Oder ist es umgekehrt? Ist es Lily, die sich die Geschichten mit ihrem Vater ausdenkt? „Verkehrte Welt“ ist der Titel eines Lieds, das der Vater mit seiner Tochter gemeinsam singt und den unsicheren Boden beschreibt, auf dem sich die Figuren in Daniel Wissens neuem Hörspiel bewegen. Die erfundenen Lebensentwürfe verbinden Motive wie Einsamkeit, Verlust, ein Leben ohne einen Ort, an dem man sich zuhause fühlt. Lily begleitet ihren Vater durch seine Angst vor der Diagnose. Dabei könnte sie räumlich von ihm nicht weiter weg sein. Sie lebt in Japan. Lily versucht herauszufinden, wie es ihrem Vater geht, zieht Rückschlüsse der Projektionen ihres Vaters auf sein und ihr eigenes Leben und ihre Beziehung zueinander, eine Beziehung, die selbst viele Fragen aufwirft. In lakonisch-fein ironischem Ton wandelt Daniel Wisser das „Nach-Hause-Kommen“ in einen umheimlichen Vorgang auf brüchigem Boden. Das Wartezimmer wird zur Metapher einer verkehrten Welt, einer Welt, die ihren Bewohnern und Bewohnerinnen unvertraut und fremd ist.

Mit Karl Markovics, Eva Mayer, Helmut Bohatsch, Martina Spitzer, Ratka Krstulovic, Bastian Wilplinger, Jaschka Lämmert, Klaus Höring, Asli Kislal, Chris Lohner und Naima von Bargen, Musik: Zahra Mani, Ton: Anna Kuncio, Fridolin Stolz und Manuel Radinger, Regie: Ursula Scheidle (ORF 2023)

Ursula Scheidle und Team sind im „WARTEZIMMER“ – das neue Hörspiel von Daniel Wisser 2023 – Ö1 Produktion am legendären RP4, Funkhaus Wien, Argentinierstraße …

Hans sitzt im Wartezimmer seiner Ärztin und hat Angst. Er wartet auf seine Diagnose. Um sich abzulenken, erfindet er Geschichten. Er denkt sich Biografien zu den anderen wartenden Patienten aus. Es ist ein Spiel, das er immer mit seiner Tochter Lily gespielt hat. Also ruft er sie an, um es mit ihr wieder zu spielen. – Oder ist es umgekehrt? Ist es Lily, die sich die Geschichten mit ihrem Vater ausdenkt? „Verkehrte Welt“ ist der Titel eines Lieds, das die Tochter mit ihrem Vater gemeinsam singt und den unsicheren Boden beschreibt, auf dem sich die Figuren in Daniel Wissens neuem Hörspiel bewegen. Die erfundenen Lebensentwürfe verbinden ähnliche Motive wie Einsamkeit, Verlust, Versäumnisse, Angst, ein Leben ohne einen Ort, an dem man sich zuhause fühlt. Lily begleitet ihren Vater durch seine Angst vor der Diagnose. Dabei könnte sie räumlich von ihm nicht weiter weg sein. Sie lebt in Japan und arbeitet dort in einer Forschungsstation für künstliche Intelligenz. Lily versucht herauszufinden, wie es ihrem Vater geht, zieht Rückschlüsse der Projektionen ihres Vaters auf sein und ihr eigenes Leben und ihre Beziehung zueinander, eine Beziehung, die selbst viele Fragen aufwirft. In lakonisch-fein ironischem Ton wandelt Daniel Wisser das „Nach-Hause-Kommen“ in einen umheimlichen Vorgang auf brüchigem Boden. Das Wartezimmer wird zur Metapher einer verkehrten Welt, einer Welt, die ihren Bewohnern und Bewohnerinnen unvertraut und fremd ist.

Musik: Zahra Mani

Besetzung

 

HANS                                       Karl Markovics

LILY (HANS‘ TOCHTER)         Eva Mayer

 

CHOR DER WARTENDEN          

ERNST ERNST                     Helmut Bohatsch

ANKENBRAND                    Martina Spitzer

FRAU Gračić                         Ratka Krstulović

HERR FRISEURMÜLLER       Bastian Wilplinger

KAROLINA RAMSTAD         Jaschka Lämmert

HERR NEWERKLA                Klaus Höring

FRAU ÜNLÜ                          Aslı Kışlal

 

LAUTSPRECHERSTIMME  Chris Lohner

KLEINES MÄDCHEN           Naïma von Bargen

 

Übernahmen des Hörspiels „Die Vitaminlüge“ v. Daniel Wisser; 13. Juli 2022 Deutschlandfunk, 12. Februar 2023 Bayern 2, 23. April 2023 WDR; Ursendung Ö1; Und wieder zurück auf Ö1, denn: Die Vitaminlüge ist das Lieblingshörspiel der Theater- und Medienwissenschafterin Christine Ehardt: „Weil es auf wunderbare Weise mit dem Wechsel von Innen- und Außenräumen des Erzählens spielt und die tragischen wie absurden Momente des Alltags offenlegt. Außerdem mag ich auch kein Obst.“

Regie: Ursula Scheidle; Produktion: ORF (2021), Dramaturgie: Philip Scheiner
SprecherInnen: Chris Pichler, Andrea Clausen, Linde Prelog, Michou Friesz, Klaus Höring, Bastian Wilplinger, Pippa Galli, Sarah Viktoria Frick, Julien Colombet
Musik: Angelica Castello, Ton: Anna Kuncio, Manuel Radinger

Hörspiel „Die Vitaminlüge“ v. Daniel Wisser; Regie: Ursula Scheidle (Ö1)

Sonntag, 12.02.2023 um 15:05 bis 16:00 Uhr BAYERN 2, WH am 13.2. um 20 Uhr 05

Mit Chris Pichler, Andrea Clausen, Linde Prelog, Michou Friesz, Klaus Höring, Bastian Wilplinger, Pippa Galli, Sarah Viktoria Frick und Julien Colombet; Komposition: Angélica Castelló

Pandemien und andere Katastrophen können zuweilen auch hilfreich sein: Endlich muss Carla nicht mehr aus dem Haus. Therapie funktioniert schließlich auch per Telefon. Carla telefoniert und dringt immer weiter in ihr persönliches Drama vor. Sie sehnt sich nach der großen Katastrophe. Endlich wäre sie frei: frei von den lästigen Verpflichtungen, Beziehungen und dem immer gleichen unerfreulichen Alltag, in dem − ausgerechnet ihr − die unmöglichsten Dinge passieren. Warum eigentlich? Am Telefon schildert Carla der Therapeutin Frau Klarfeldt ihr Leben. So dringt sie nach und nach immer tiefer in das Drama vor, das sich zwischen sie und die Welt geschoben hat. Es gibt ein lang zurückliegendes Ereignis, das sie und ihre Mutter aufs Schrecklichste verbindet. Jeden Tag besucht Carla die Mutter im Altersheim, doch darüber sprechen sie nicht. Dabei ist das Familiengeheimnis die Quelle für Carlas Katastrophensehnsucht und ihren prekären Zustand.

Daniel Wisser, geb. 1971 in Klagenfurt, Autor und Musiker, lebt in Wien. Gründungsmitglied des Ersten Wiener Heimorgelorchesters. Romane u.a. Königin der Berge (Österreichischer Buchpreis 2018, Johann-Beer-Preis 2018), Wir bleiben noch (2021), Erzählband Die erfundene Frau (2022).